Persönlich
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Persönlich

Ich bin, mich, selbst

"Ich bin der ich bin"
Sagt Gott zu Moses laut der Bibel
Und auch Erik Erickson
Denke ich nicht?
Fühle ich nicht?
Genieße ich nicht?
Ist es mein Drang zu lieben?
Ist es der blinde Hass?
Ist es der Schmerz im Bein?
Was ist "Ich bin"?
Ist es Gott?
Ist es Natur?
Ist all dies
Nicht in uns?
In einem jeden von uns?
Ist es der Drang zu kommunizieren
Meine Gedanken, meine Gefühle?
Der Wunsch nach Rückmeldung?
Ist es Leben?
Ist es Sein?
Und was ist Sein?
Holocaust überlebende
Fragen immerzu
Warum geschah es mir?
All dies sind "Selbst", per se,
Und alle zusammen sind
"Mein Selbst"
Descartes sagt
Cogito ergo sum
Ich denke also bin ich
Die sorgende Mutter sagt
Das Kind ist mir
Wieder krank geworden
Es ist die Integration
Meines Geistes, meines Körpers,
Meines Seins
Hedonisten sagen
Ich genieße
Also bin ich
Die liebende Person sagt
Nur sie oder er
Tun es mir an.
Ich bin mich und mir selber
Ich bin reif und
Ausbalanciert
Romantiker sagen
Ich fühle,
Also bin ich
Ist "mir" immer
Außerhalb des "Ich"
Ist es das Objekt des Ich
Und wenn ich es nicht bin
So bin ich mir dessen bewusst
Weil ich kommuniziere,
Liebende sagen
Ich liebe
Also bin ich
Aber tu´ ich nicht
Dinge mir an?
Wen beschuldige ich?
Aktive Kommunikation -
Im Dialog mit
Mir selber und den Anderen
Ich sage
Creo ergo sum
Ich schaffe also bin ich
Wem tu´ich es
Mir an ???
Meinem…Selbst?
"Ich bin" ist anpassend
Das "mir" ist passiv
Das "Selbst'' ist aktiv, integrierend.
Was ist "Ich"?
Selbst wenn ich sage
Creo ergo sum
Was ist das Selbst?
Ist es meine Neugier?
Mein Wunsch zu wissen?
Ich bin mich selbst -
Ist sein und tun,Ist Partnerschaft
Mit meinem Geschick


From the Hebrew "Emotional Maturity", 1997,
Yediot Acharonot Publishing, Daniela de-Nur


Und in den Nächten in Kälte und Hunger in denen sogar der Schlaf mich mied Dachte ich, träumte mit offenen Augen. Ich sah meine Finger auf den Klaviertasten und spielte und spielte bis zum Morgen Und mit dem Morgen kam weiteres Leiden das Eis über den Wassereimern zu brechen Und sich damit zu waschen. Dann darauf waren wir sehr bedacht Denn Schmutz brachte Läuse und die Läuse brachten Krankheit Die Laus war das Gefürchteste in unserem Leben Denn sie übertrug die Krankheit von der viele starben und wenige überlebten


Viele Jahre nachher nach einer Fernsehsendung Rief mich ein Mann an und erzählte: Eines Morgens erwachte er im Lager von der Krankheit und alle um ihn Waren tot. Er ging aus seiner Behausung Alle liefen ihm davon, denn er war nicht gekämmt Und sie fürchteten seine Läuse.


Er war schwach und setzte sich auf den Boden und weinte in Verzweiflung Und ein Mädchen kam auf ihn zu und fragte ihn warum er weine Er erzählte ihr und sagte ihr, “und jetzt will niemand mit mir sprechen“. Und das Mädchen sagte, “aber ich spreche doch mit Dir“ und lächelte. Und als er mich im Fernsehen sah erkannte er das Lächeln.Und plötzlich erinnerte auch ich mich des Zorns meines Vaters Als er mich mit dem verlausten Jungen sah. Und als ich nicht vom Jungen weggehen wollte weil ich seine Verzweiflung spürte Gab er mir eine Ohrfeige die einzige die er mir je gab.


Und trotz der schmerzenden Erinnerung freute es mich daß ich Jenem verzweifelten Kind geholfen hatte, der, mit seinen Worten, „Kraft von einem Lächeln bekam“.


Doch mit dieser Freude kam auch das Schuldgefühl Gegenüber denen ich nicht gelächelt habe. Denen auch das Leben nicht zugelächelt hat Und sie starben von Hunger und Not Warum starben sie und ich nicht? Worin waren sie schlecht und ich gut? Bin ich schuldig daß ich am Leben war? Und sie nicht?


Viele Jahre später, während des Yom Kippur Krieges, Kam ich in einen Saal im Krankenhaus in dem Verwundete lagen Man bat mich mich um einen jungen Mann zu kümmern Der seit 3 Tagen mit weitaufgerissenen Augen Da lag und auf nichts reagierte. Die Information über ihn war daß er der einzige überlebende Eines getroffenen Tanks war. Ich suchte nach Worten, Was ihm zu sagen, streichelte seine Hand.Und fragte mich was ich für ihn tun könnte Vom Kopf kam keine Antwort aber aus meinem tiefsten Innern kamen die Worte: Du fühlst Dich schuldig Daß Du lebst und Deine Freunde sterben mußten.


Er wandte seinen Kopf und fragte: “Wie weißt Du es?” “Weil auch ich mich schuldig fühle” daß meine Freunde in Der Shoah umkamen und ich überlebt habe Er drückte mir die Hand… Und ich verstand plötzlich daß mein Leiden einen Sinn bekom-men hat Daß ich mit meinem Leiden diesem jungen Mann helfen konnte.



  From the Hebrew "Giving Sense", 2000,
'Hakibutz Hameuhad' Publishing,
Daniela de-Nur

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